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Ein Herz für Narren und Kinder

Karneval in Geisa
Ein Herz für Narren und Kinder
222. Wiederkehr des Verbots der Foasenacht – das wird gefeiert, dass es kracht

Geisa Da war der Amtsvogt Franz-Karl Gößmann anno 1786 rigoros: „Das Neujahrsanschießen, die so genannten Hahlräder, Vermummungen auf Nicolai oder Christvorabend, Fastnachtsbegräbnisse und alle dabei öffentliche und ärgerliche Spektakel sind der schwersten Strafe unterworfen“, verkündete er einst seinen Geisaer Untertanen, die offenbar schon im 18. Jahrhundert auf das Trefflichste zu feiern wussten. Aber die Geisaer haben sich noch von keiner Obrigkeit den Spaß verderben lassen, und so ist die 222. Wiederkehr des Verbots der Geisaer Foasenacht in der Kampagne 2007/08 Anlass, es ordentlich krachen zu lassen.

Dabei kommt bei allem Frohsinn die Sorge um das Gemeinwohl nicht zu kurz: Beim traditionellen Ex-Prinzenschlagen verpflichteten sich Prinz Hartmut I. vom Stadtblick zu Hinkelshagen

und Prinzessin Daniela I. vom Schlossturm zu Hinkelshagen dazu, Geld für einen Spielplatz vor dem Kulturhaus zu sammeln. Und da Bürgermeister Martin Henkel im Gegensatz zu seinem „Vorgänger“ Amtsvogt Gößmann ein Herz für die Foasenacht hat, versprach er, den gesammelten Betrag um die gleiche Summe aufzustocken. Der Spielplatz soll dann zum Kindertag 2008 fertig sein.

 

Fast logisch, dass bei der Eröffnungsveranstaltung des GHCC im Kulturhaus die Mädchen von der Weißen Garde die Rolle des Eisbrechers übernahmen und zu Volksliedern im James-Last-Sound wie kleine Schneeflocken über die Bühne wirbelten.

Wer sich in der vergangenen Kampagne zu einem ungewöhnlichen Tête-à-tête hat hinreißen lassen, der fand sich vielleicht in der Fotogalerie wieder, mit der Protokoller Jürgen Coburger genüsslich Höhepunkte der vergangenen Kampagne illustrierte.

Garanten für gute Unterhaltung sind die Tanzgruppen des Rhönklubs Kohlbachtal. Als kühne Freibeuter der Meere und kriegerische Gladiatorinnen in den „Punae Collosei“ begeisterten sie unter der Leitung von Susanne Treis in dramaturgisch ausgefeilten Tänzen.

Premiere in der Bütt hatte Klaus Schleicher, der als ein „Mann mit ohne Haar“ Zwerchfellerschütterndes aus dem Leben eines Glatzkopfes zu berichten wusste. Ihr 20-jähriges Bestehen feiern dieses Jahr die Schoppesänger. Ihr Auftritt war dann auch eine vergnüglicher Erinnerungsrevue, bei der es aber auch nicht an Seitenhieben auf aktuelle Zustände fehlte. Aus Bermbach war die Truppe des BHCV angereist, deren musikalische Rotkäppchen-Parodie begeisterten Applaus einheimste. Ein echter Augenschmaus war der Tanz der Grünen Garde, der wie der der Weißen Garde unter der Regie von Regina Kath stand. Zu Klängen von Marianne Rosenberg schwangen sie die Beine, dass es die Rockschöße schwindelte.

Eine Überraschung hielten die Karnevalisten unter der Sitzungsleitung von Jürgen Coburger, Stefan Günther und Heribert Mohr zu später Stunde bereit. Um Mitternacht gab es noch ein erquickendes optisches und musikalisches Feuerwerk, mit dem die Narren – jedenfalls offiziell – nach Hause verabschiedet wurden. bg