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70 Jahre Karnevalverein - Zaghafter Neubeginn

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Zaghafter Neubeginn

Nur von kurzer Dauer war die Karnevalsfreude. Die Schrecken der Nazi-Diktatur und der Zweite Weltkrieg sorgten für eine Zwangspause. 1946 begann die Geisaer Jugend wieder zaghaft mit den Karneval. Drei Jahre später entschlossen sich die Geisaer, das närrische Treiben wieder richtig groß zu feiern. Das geschah in der Saison 1949/50. Ein freies Vereinsleben war nicht möglich, nachdem die Sowjets in ihrer Besatzungszone erneut eine Diktatur errichteten. Trotzdem ließen sich die Geisaer ihren Karneval nicht nehmen und nutzten die bestehenden Nischen und Möglichkeiten. So schloss sich die Karnevalsvereinigung 1951 als selbstständige Arbeitsgemeinschaft dem Kulturbund an. Doch schon 1952 gab es eine Unterbrechung: Außer einem karnevalistischen Heimatabend gab es kein närrisches Treiben, und auch 1953/54 blieben die Narrenkappen ab. Erst in der Saison 1954/55 lebte die Tradition wieder auf. Erstmals zog mit Prinz Jupp I. vom Siebenborn und Prinzessin Hildegard vom Lenzenstamm ein Prinzenpaar in das neu erbaute Kulturhaus ein. Im folgenden Jahr gab es ebenfalls ein volles Karnevalsprogramm, doch dann war es wieder vorbei. Die Jugend sprang zunächst ein und sorgte 1956/57 mit dem „Jugendprinzen Phipp der Eiserne von der Braugasse“ für närrisches Treiben. Die alte Karnevalsvereinigung wagte in der Saison 1957/58 den Versuch, als „Volkskunstgruppe der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft“ das gewohnte Programm durchzuziehen, danach war wieder für mehrere Jahre Ruhe.

1961/62 ergriff wiederum die Jugend die Initiative. Der einstige Jugendprinz bestieg nun als Prinz Phipp I. vom Weinberg mit Prinzessin Erika vom Fürstenstein den närrischen Thron, den Präsidentenhut hatte Bernhard vom Schlossberg auf. Sie schlossen sich dem „Klub der Werktätigen“ als Arbeitsgemeinschaft an, um die Karnevalstradition fortzusetzen. Nach einer „Spar-Saison“ 1962/63 war der Knoten endlich geplatzt: Ab 1963/64 wurde regelmäßig wieder Karneval in der Ulsterstadt gefeiert, und zwar mit allem drum und dran.

Regelmäßig mit dabei sind bis heute beispielsweise die „Blauen Funken“. Auf Initiative von August Rohm entstand die Gruppe Mitte der 50er-Jahre, ebenfalls als Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach des „Klubs der Werktätigen“. Später gründeten sie den Fanfarenzug, der den Verein auch außerhalb Geisas bekannt machte. Eine weitere Gruppe sind die „Türken“, die ihre Gründung Josef Winter zu verdanken haben. In den 50er-Jahren entstanden die „Bürgerwehr“ und die „Schwarzen Panther“ als Schutzgarde des Prinzenpaares.

Als Gesangsgruppe traten 1964/65 die „Geisbach-Lerchen“ (initiiert von Alois Etzel, Wilhelm Ritz und der Pianistin Christa Kling-Etzel) erstmals auf. Sie verbanden den mehrstimmigen Gesang mit Szenenspiel und Akrobatik. Zahlreiche Ballettgruppen bildeten sich seit Ende der 60er-Jahre, auch Gymnastikgruppen wirkten beim närrischen Treiben mit.